Revoshock (Atomic)
Revoshock ist eine von Atomic entwickelte Technologie zur Beeinflussung von SchlĂ€gen, Vibrationen und dem Schwingungsverhalten eines Skis. Das System wird vor allem in sportlichen Pisten- und Rennski eingesetzt und soll den Schneekontakt, die Laufruhe und das kontrollierte Fahrverhalten auf harter oder unruhiger Piste unterstĂŒtzen.
Je nach Modell kommt Revoshock in unterschiedlichen AusfĂŒhrungen zum Einsatz. Besonders bekannt sind Revoshock S und Revoshock C. Aufbau, Position und Abstimmung können sich zwischen Skimodellen und Modellgenerationen unterscheiden.
⥠Revoshock ist ein passives mechanisches System zur Stabilisierung und Schwingungsbeeinflussung â kein Antrieb, der zusĂ€tzliche Energie erzeugt.
Was ist Revoshock?
Beim Skifahren fĂŒhren Bodenwellen, harte SchneeverhĂ€ltnisse und wechselnder Kantendruck dazu, dass sich der Ski biegt und schwingt. StĂ€rkere Vibrationen können den Kontakt zwischen Kante und Schnee beeintrĂ€chtigen und das Fahrverhalten unruhiger machen.
Revoshock soll diese Bewegungen gezielt beeinflussen. Bei Revoshock S verwendet Atomic mehrere Federstahlmodule, die in ein dynamisches Elastomer eingebettet sind. Diese Bauteile befinden sich im vorderen Bereich des Skis und reagieren auf SchlÀge sowie auf das sogenannte Ski-Chattering, also schnelle Schwingungen des Skis auf hartem Untergrund.
Das System ist dabei nur ein Bestandteil der gesamten Skikonstruktion. Holz- oder Verbundkern, Titanal-Lagen, Glasfasern, Seitenwangen, Flex, Vorspannung und Skigeometrie beeinflussen das Fahrverhalten ebenfalls.
⥠Aus der Bezeichnung Revoshock allein lÀsst sich nicht ableiten, wie hart, laufruhig oder sportlich ein Ski tatsÀchlich fÀhrt.
Wie funktioniert Revoshock?
Revoshock arbeitet mechanisch und benötigt weder Elektronik noch eine externe Energiequelle. Bei Revoshock S reagieren Federstahlmodule und Elastomer auf Verformungen und Schwingungen im vorderen Bereich des Skis.
Der Ablauf lÀsst sich vereinfacht in zwei Bereiche unterteilen:
Schwingungs- und StoĂbeeinflussung
Trifft der Ski auf Unebenheiten, werden Schaufel und Vorderbereich kurzzeitig belastet und verformt. Die Kombination aus Federstahlmodulen und Elastomer soll einen Teil dieser Bewegungen aufnehmen beziehungsweise kontrollieren. Dadurch kann sich der Ski auf unruhiger oder harter Piste stabiler anfĂŒhlen.
Elastische RĂŒckstellung
Nach der Belastung bewegen sich die elastisch verformten Bauteile wieder in Richtung ihrer Ausgangsposition. Atomic bezeichnet diesen Effekt als Rebound und beschreibt ein reaktionsfreudiges Herausfahren aus der Kurve.
Dabei wird keine zusĂ€tzliche Energie erzeugt. Das System kann lediglich beeinflussen, wie vorhandene Verformungs- und Schwingungsenergie aufgenommen, gedĂ€mpft und wieder abgegeben wird. Wie deutlich dieser Effekt spĂŒrbar ist, hĂ€ngt vom gesamten Ski, der Belastung und der Fahrtechnik ab.
⥠Revoshock kann die RĂŒckstellung und das Schwingungsverhalten beeinflussen, ersetzt aber weder saubere Fahrtechnik noch einen passend gewĂ€hlten Ski.
Welche Auswirkungen kann Revoshock auf das Fahrverhalten haben?
Atomic verbindet Revoshock vor allem mit StabilitĂ€t, kontrolliertem Schneekontakt und einem dynamischen FahrgefĂŒhl. In der Praxis können sich je nach Ski und Fahrer folgende Tendenzen ergeben:
- ruhigeres Fahrverhalten auf harter oder unruhiger Piste
- weniger stark wahrnehmbares Flattern der Skischaufel
- stabilerer Kontakt zwischen Ski und Schnee
- kontrollierteres Verhalten bei höherem Tempo
- spĂŒrbare elastische RĂŒckstellung beim Kurvenwechsel
Diese Eigenschaften entstehen jedoch nicht ausschlieĂlich durch Revoshock. Ein Ski mit Revoshock kann je nach Flex, Radius, LĂ€nge und Materialaufbau sehr anspruchsvoll oder vergleichsweise zugĂ€nglich abgestimmt sein.
Auch eine geringere ErmĂŒdung kann nicht allgemein garantiert werden. Ein ruhiger Ski kann sich bei passenden Bedingungen weniger anstrengend fahren, ein sehr steifes oder sportliches Modell kann aber weiterhin viel Kraft und eine aktive Fahrweise verlangen.
Was ist der Unterschied zwischen Revoshock S und Revoshock C?
Revoshock S und Revoshock C verfolgen beide das Ziel, Vibrationen und unruhige Skibewegungen zu beeinflussen. Sie dĂŒrfen jedoch nicht als identische Systeme mit lediglich unterschiedlicher HĂ€rte betrachtet werden.
| Revoshock S | Federstahlmodule in dynamischem Elastomer zur Aufnahme von SchlĂ€gen und Schwingungen sowie fĂŒr eine elastische RĂŒckstellung | sportliche Pisten-, Redster- und rennorientierte Modelle |
| Revoshock C | soll Vibrationen und Ski-Chattering absorbieren beziehungsweise ableiten und ein ruhiges, stabiles sowie reaktionsfreudiges Fahrverhalten unterstĂŒtzen | ausgewĂ€hlte sportliche und vielseitige Pistenmodelle |
Die genaue Konstruktion von Revoshock C kann von Modell und Produktgeneration abhĂ€ngen. Das âCâ sollte deshalb nicht automatisch als Nachweis fĂŒr bestimmte Carbonmodule interpretiert werden, sofern der Hersteller dies beim konkreten Ski nicht ausdrĂŒcklich angibt.
Revoshock S ist typischerweise stÀrker auf eine dynamische und rennsportnahe Abstimmung ausgerichtet. Revoshock C wird bei ausgewÀhlten Modellen eingesetzt, bei denen Atomic vor allem Laufruhe, StabilitÀt und ein kontrolliertes Wechseln von Kante zu Kante hervorhebt.
⥠FĂŒr die Auswahl ist nicht nur die Revoshock-Variante wichtig, sondern der gesamte Aufbau des konkreten Skis.
In welchen Ski wird Revoshock eingesetzt?
Revoshock kommt vor allem in Pisten- und Race-orientierten Ski von Atomic zum Einsatz. Revoshock S findet sich insbesondere bei sportlichen Modellen der Redster-Serie. Revoshock C wird unter anderem bei ausgewÀhlten Cloud- und weiteren Pistenmodellen verwendet.
Das System ist hauptsĂ€chlich fĂŒr Bedingungen interessant, bei denen Kantengriff, Laufruhe und StabilitĂ€t eine wichtige Rolle spielen:
- harte oder eisige Pisten
- unruhige und zerfahrene prÀparierte Abfahrten
- höhere Geschwindigkeiten
- sportliches Carven
- Renn- und rennsportnahes Fahren
Im Tiefschnee ist Revoshock nicht automatisch wirkungslos. Dort werden SchlĂ€ge und Schwingungen jedoch anders ĂŒbertragen als auf harter Piste. FĂŒr den Auftrieb und die Drehfreudigkeit im weichen Schnee sind vor allem Skibreite, FlĂ€che, Rocker, Taper, Flex und Gewichtsverteilung entscheidend.
Revoshock im Vergleich zu klassischen DĂ€mpfungselementen
Viele Ski verwenden Materialien und Konstruktionen, die das Schwingungsverhalten beeinflussen. Dazu gehören unter anderem:
- Holzkerne mit unterschiedlicher Dichte
- Elastomer- und Gummielemente
- Titanal- oder andere Metalllagen
- Glasfaser- und Carbonlagen
- zusÀtzliche Massen oder DÀmpfungsmodule
Revoshock unterscheidet sich dadurch, dass separate Module gezielt im vorderen Skibereich platziert werden. Das System arbeitet jedoch weiterhin zusammen mit dem restlichen Schichtaufbau und kann nicht isoliert betrachtet werden.
Eine Bezeichnung wie âmit Revoshockâ bedeutet deshalb nicht automatisch, dass der Ski stĂ€rker gedĂ€mpft oder besser ist als jedes Modell ohne diese Technologie.
Doubledeck und Servotec als frĂŒhere Atomic-Technologien
Vor Revoshock verwendete Atomic bei sportlichen Pisten- und Redster-Ski unter anderem die Bezeichnungen Doubledeck und Servotec. Dabei handelte es sich um herstellerspezifische Technologien, die Flex, StabilitÀt und Fahrverhalten beeinflussen sollten.
Doubledeck
Doubledeck bezeichnete eine mehrteilige Konstruktion mit einem zusĂ€tzlichen oberen Bauteil beziehungsweise Deck. Je nach Modellgeneration sollte dieses System unter anderem den Flex und die KraftĂŒbertragung beeinflussen.
Aufbau und Funktionsweise unterschieden sich zwischen den verschiedenen Doubledeck-AusfĂŒhrungen. Deshalb sollte die Bezeichnung nicht als eine einzige, bei allen Modellen identische Konstruktion verstanden werden.
Servotec
Servotec war ein bei frĂŒheren Redster-Modellen eingesetztes System mit einem vorgespannten Bauteil im oberen Bereich des Skis. Atomic beschrieb es als UnterstĂŒtzung fĂŒr eine leichtere Schwungeinleitung bei geringerem Tempo und mehr StabilitĂ€t bei höherer Geschwindigkeit.
Revoshock ist kein einfacher Nachbau dieser Systeme. Es handelt sich um ein eigenes mechanisches Konzept, das vor allem SchlĂ€ge, Schwingungen und die elastische RĂŒckstellung im vorderen Skibereich beeinflussen soll.
FĂŒr wen eignet sich ein Ski mit Revoshock?
Ein Ski mit Revoshock kann fĂŒr Fahrer interessant sein, die ĂŒberwiegend auf prĂ€parierten Pisten unterwegs sind und Wert auf StabilitĂ€t, Kantengriff sowie ein sportliches FahrgefĂŒhl legen.
Besonders sinnvoll kann die Technologie sein fĂŒr:
- sportliche Pistenfahrer
- Carving-orientierte Fahrer
- Fahrer, die hÀufig auf hartem Schnee unterwegs sind
- Rennfahrer und rennsportorientierte Skifahrer
- Fahrer, die einen ruhigen Ski bei höherem Tempo suchen
FĂŒr Einsteiger ist nicht die Revoshock-Technologie entscheidend, sondern ob LĂ€nge, Flex, Radius und gesamte Abstimmung des Skis zum Fahrkönnen passen. Ein sportlicher Redster mit Revoshock S kann trotz seiner stabilisierenden Elemente anspruchsvoll sein.
⥠Revoshock macht einen Ski nicht automatisch leichter zu fahren. Die Grundabstimmung des Modells bleibt entscheidend.
HÀufige MissverstÀndnisse
- âRevoshock erzeugt zusĂ€tzliche Energie.â Nein. Das passive System kann nur beeinflussen, wie vorhandene Verformungs- und Schwingungsenergie aufgenommen und wieder abgegeben wird.
- âRevoshock ist ein elektronisches System.â Nein. Es arbeitet mechanisch und benötigt keine Stromversorgung.
- âRevoshock C besteht immer aus Carbonmodulen.â Das lĂ€sst sich nicht allgemein aus der Bezeichnung ableiten. MaĂgeblich sind die technischen Angaben des konkreten Modells.
- âJeder Ski mit Revoshock fĂ€hrt gleich.â Nein. Flex, Kern, Metalllagen, Radius, LĂ€nge und weitere Bauteile unterscheiden sich deutlich.
- âRevoshock verhindert sĂ€mtliche Vibrationen.â Nein. Das System soll bestimmte Schwingungen reduzieren beziehungsweise kontrollieren, kann sie aber nicht vollstĂ€ndig beseitigen.
FAQ
Was ist Revoshock?
Revoshock ist eine passive mechanische Technologie von Atomic, die SchlĂ€ge, Vibrationen und die elastische RĂŒckstellung eines Skis beeinflussen soll.
Wie funktioniert Revoshock S?
Revoshock S verwendet mehrere Federstahlmodule, die in dynamischem Elastomer eingebettet sind. Sie sollen SchlĂ€ge und Ski-Chattering aufnehmen sowie eine kontrollierte elastische RĂŒckstellung unterstĂŒtzen.
Was ist der Unterschied zwischen Revoshock S und C?
Revoshock S ist typischerweise stĂ€rker auf sportliche und rennorientierte Modelle ausgerichtet und verwendet laut Atomic Federstahlmodule in Elastomer. Revoshock C wird bei ausgewĂ€hlten Pistenmodellen eingesetzt und soll vor allem Vibrationen reduzieren sowie StabilitĂ€t und Reaktionsfreude unterstĂŒtzen.
Erzeugt Revoshock zusÀtzliche Beschleunigung?
Nein. Das System erzeugt keine zusĂ€tzliche Energie. Atomic beschreibt eine elastische RĂŒckstellung, die sich beim Kurvenwechsel dynamisch anfĂŒhlen kann.
Funktioniert Revoshock auch im Tiefschnee?
Das System kann auch dort das Schwingungsverhalten beeinflussen. Es ist jedoch vor allem auf sportliches Fahren auf prÀparierten Pisten ausgerichtet. Im Tiefschnee sind Skibreite, Rocker, FlÀche und Flex meist wichtiger.
Ist ein Ski mit Revoshock automatisch besser?
Nein. Ob ein Ski geeignet ist, hÀngt von Fahrkönnen, Einsatzbereich, LÀnge, Flex, Radius und gesamter Konstruktion ab.
Quellen und weiterfĂŒhrende Links
- Atomic: The Story of Revoshock
- Atomic: Cloud Q12 Revoshock C â Produktinformationen
- Technische Produktbeschreibung des jeweiligen Atomic-Skimodells und Modelljahrs
